Der Spätsommer und der Herbst

Der Spaziergang ist für Frauchen/Herrchen und den Hund jetzt wieder angenehm und man kann ohne zu schwitzen die Sonne wunderbar genießen. Am Waldrand lauert aber nicht nur die Zecke sondern auch die Hirschlausfliege. Sie sieht der Stubenfliege ähnlich, ist jedoch von der Färbung her rotbraun und 5-7 Millimeter lang. Ihre Beine sind zudem viel stabiler und der ganze Körper ist flacher.

Hirschlausfliege
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Quelle: de.wikipedia.org

Die Hirschlausfliege (Lipoptenia cervi) sucht seit einigen Jahren, hauptsächlich in der Zeit von August bis Oktober nicht nur Hirsche, Dachse und Rehe auf, sondern befällt auch den Menschen, Hunde, Katzen und Pferde. Sie verliert nach der Landung auf dem Wirt ihre Flügel und sucht in schnellem Tempo eine geeignete Bissstelle. Bevorzugt sind die Gegend um den Hinterleib, an den Innenschenkeln dem Behang und der Schweifrübe. Sie krallt sich mit ihren sehr stabilen Beinchen fest, auch in den Kopfhaaren des Menschen, und macht sich ganz flach gedrückt ans Werk.

Bei Tieren kommt es nach dem Biss häufig zu einer eitrigen Hauterkrankung die mit Fieber einher geht. Verursacht wird diese Erkrankung durch das Bakterium Bartonella schoenbuschensis. Beim Menschen zeigen sich die Symptome anders; das Bakterium kann Herzentzündungen hervor rufen. Sollte man nach einem Stich Fieber, Hautausschläge oder Eiterungen feststellen  sollte der Hausarzt in dem Fall davon erfahren. Andere Bakterien der Bartonellen Gruppe lösen ebenfalls zum Teil lebensbedrohliche Krankheiten beim Menschen aus.

Fest steht das Autan nicht hilft. Es heißt Jacutin aus der Humanmedizin mit dem Wirkstoff Lindan, das normaler Weise gegen Filzläuse und Nissen eingesetzt wird, bringt Hilfe. Einigermaßen einfach Entfernen lassen sie sich nur, wenn sie sich noch nicht festgesaugt haben, mit Daumen- und Zeigefingernagel. Wenn das geschafft ist, bitte nicht einfach wegwerfen, sondern sie zerquetschen oder mit dem Feuerzeug verbrennen. Ansonsten befallen sie den nächsten Wirt an und vermehren sich rasant weiter.

Hunde und Pferdebesitzer berichten von immenser Nervosität ihrer Tiere und wer als Mensch schon mal so einen Hirschlausfliegen-Biss erfahren hat, kann diese Reaktion nachvollziehen. Tierbesitzern fällt auf, dass ihre Tiere sich panikartig zum Schwanz/Schweif umdrehen. Hunde wollen dann oftmals nicht weiter gehen und versuchen sich hinten zu belecken und zu beißen.

In so einem Fall ist es gut immer einen Flohkamm dabei zu haben. Im engen Flohkamm bleibt die Hirschlausfliege die im Fell krabbelt hängen und kann so noch rechtzeitig gefangen und vernichtet werden. Am besten ist wie bei Zeckenbefall ebenso, nach jedem Spaziergang ihr Tier nach Zecken und Hirschlausfliegen abzusuchen sowie ein gründliches Auskämmen, bei stärkerem Befall auch mal das Tier baden.